Medizinisches Versorgungszentrum muss kommen
BVB / FREIE WÄHLER lässt nicht locker und wirbt für pragmatische Lösungen zur Sicherstellung einer gynäkologischen und geburtsmedizinischen Versorgung in Bernau.
In einem intensiven Fachgespräch zwischen den Stadtverordneten Péter Vida und Jan Bernatzki sowie der Klinik-Geschäftsführerin Verena Plocher wurden die aktuellen Zahlen detailliert erörtert und alternative Lösungsmöglichkeiten analysiert.
BVB / FREIE WÄHLER weist nachdrücklich darauf hin, dass die Geburtenzahlen in den 90er Jahren kurz nach der Wende deutlich unter den jetzigen Werten lagen. Gerade 1992/93 wurde im Vergleich zu jetzt nur die Hälfte an Kindern im Bernauer Krankenhaus geboren. „Durch einen gemeinsamen Schulterschluss hat man damals die medizinische Verbundwirkung von Gynäkologie und Geburtshilfe in den Mittelpunkt der Betrachtungen gerückt und durchgehalten. Dies sollte auch jetzt das Ziel sein“, so BVB/FW-Fraktionsvorsitzender Jan Bernatzki.
Insbesondere muss alles dafür getan werden, dass Kinderklinik und Kinderrettungsstelle erhalten bleiben. Diese verfügen über hochkompetentes, sehr engagiertes Personal und leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur pädiatrischen Versorgung von Bernau und Umgebung.
Zugleich zeigt die Entwicklung, dass das Vorgehen der Kassenärztlichen Vereinigung in keiner Weise nachvollziehbar ist. Diese hatte der Stadtverordnetenversammlung mitgeteilt, dass der Beschluss zur Errichtung eines Medizinischen Versorgungszentrum keine Aussicht auf Zulassung hat, weil für die anzusiedelnden Fachbereiche keine Unterversorgung feststellbar sei. Diese Fehleinschätzung lässt sich nach der drohenden Schließung am Bernauer Krankenhaus wahrlich nicht mehr aufrechterhalten. „Ein Medizinisches Versorgungszentrum mit einer gynäkologischen und geburtsmedizinischen Grundversorgung kann die Lösung sein. Dies sollte nicht weiter blockiert werden“, so Stadtverordneter Péter Vida. In diesem Zusammenhang erinnert BVB / FREIE WÄHLER an den Vorschlag, Mittel aus dem Bernauer Anteil am Sondervermögen Infrastruktur genau hierfür zu verwenden. „Die Entwicklung zeigt, dass unsere Forderung aktueller denn je ist“, ergänzt Jan Bernatzki.
Diese Forderung erhält noch mehr Rückenwind angesichts des Verhaltens der Kassenärztlichen Vereinigung im Hinblick auf die Außenstelle des MVZ Klosterfelde, welches sich im Rollbergeck Bernau befindet. Dahingehend hat der Zulassungsausschuss erst vor drei Jahren Einwände erhoben, weil der Weg von Klosterfelde nach Bernau unzumutbar lang sein. Angesichts der drohenden Schließung der Geburtsklinik und der dadurch entstehenden langen Wege für werdende Mütter ein äußerst zynischer Kontrast.
Ebenso betont BVB / FREIE WÄHLER, die Kritik an der aktuellen Entwicklung an die Landes- und Bundespolitik zu richten. Diese schafft falsche Anreize, hat die von BVB / FREIE WÄHLER vorgeschlagenen Zuschüsse für die Krankenhausinfrastruktur abgelehnt und durch das neue Beitragsstabilisierungsgesetz die Lage nochmals verschlimmert. Deswegen wirbt BVB / FREIE WÄHLER auch weiter für die Unterstützung der laufenden und inzwischen bei über 4.000 Unterschriften stehenden Petition, um Landes- und Bundesregierung zum Handeln aufzufordern. „Die Ärzte, Pfleger und Hebammen verdienen unseren allergrößten Respekt. Wir werden alles geben, mit ihnen eine Lösung vor Ort zu finden. Dieses Interesse verbindet Patienten, medizinisches Personal und alle Bernauer“, so Péter Vida abschließend.
